Schwanger: Was nun?
"Wow! Ich bin schwanger!" Die ersten Stunden nach dieser Erkenntnis sind absolut atemberaubend! Doch was gilt es jetzt (schnell) zu tun?
1. Sich über den Geburtsort Gedanken machen.
Für viele ist gleich klar: Natürlich gehe ich zur Geburt ins Krankenhaus. Doch das Krankenhaus ist nicht gerade ein Wohlfühlort und damit eigentlich ein recht ungeeigneter Ort für eine Geburt. Wenn du stattdessen zu Hause oder im Geburtshaus gebären willst, solltest du schnell recherchieren. Denn Plätze im Geburtshaus oder gar eine Hausgeburtshebamme zu finden, ist gar nicht so einfach und die Plätze sind schnell ausgebucht.
2. Abklären, was man noch essen darf
Dass Alkohol (und natürlich auch alle anderen Drogen) in der Schwangerschaft tabu sind, dürfte klar sein. Doch auch einige andere Lebensmittel könnten für dich tabu sein, zumindest wenn du vor deiner Schwangerschaft noch keine Toxoplasmose-Infektion hattest. Lass das also zeitnah abklären und ändere deine Ernährung.
3. Wann und wie möchte ich es meinem Partner verkünden?
Möchtest du die Nachricht erst mal alleine verdauen und erst später deinen Partner informieren oder kannst du es kaum abwarten, die Nachricht zu verkünden? Überlege dir auf jeden Fall einen günstigen Zeitpunkt für das Verkünden der atemberaubenden Neuigkeit!
4. Alles weitere hat Zeit:
Ja, es gibt in der Schwangerschaft durchaus noch viel zu tun: Wer nimmt wieviel Elternzeit? Anträge für Elterngeld, Kindergeld (und ja auch schon mal die Voranmeldung für den Kindergarten), Frauenarztbesuche, den Arbeitgeber informieren, es der Familie verkünden, ggf. Paten fürs Kind aussuchen, Geburtsvorbereitungs- und Tragekurse, diverse Anschaffungen, ... Doch nichts davon ist wirklich super dringend! Du bist schließlich noch weitere 9-10 Monate schwanger und hast somit genug Zeit dich um alles zu kümmern.
Nimm dir also auch mal bewusst Zeit für dich selbst. Mache Entspannungsübungen und genieße noch mal die Zeit "alleine".
Störungsfreie Geburt im Krankenhaus?
Gehst du gleich mit den ersten regelmäßigen Wehen ins Krankenhaus, wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach NICHT direkt in den Kreißsaal kommen. Du hast also noch einen Ortwechsel vor dir. Außerdem kann es sein, dass dein Körper einfach wieder mit der Geburt aufhört ("Scheinbar passen die Bedingungen doch nicht. Ich höre mal auf. So fühle ich mich nicht wohl"). Es kommt zu einem Geburtsstillstand und wenns jetzt ganz doof läuft wird nun mit Medikamenten nachgeholfen. Das wars dann mit deiner natürlichen und störungsfreien Geburt! Je länger du dann im Krankenhaus bist, desto wahrscheinlicher werden Interventionen.
Entscheidest du dich dazu erst gegen Ende der Geburt ins Krankenhaus zu fahren, kann die Fahrt (mit wenigen Wehenpausen) schon echt heftig werden. Eigentlich bist du dann schon in einer Phase in der du möglichst mit niemandem mehr redest und schon gar keine Entscheidungen triffst oder Papierkram ausfüllst. Nur du und dein Baby sollten jetzt im Fokus stehen. Wirst du jetzt aus dem Rhythmus gebracht kann sich das negativ auf deine Atmung und dadurch auch die Versorgung deines Kindes auswirken.
Du wünschst dir eine störungs- und interventionsfreie Geburt und planst eine Geburt im Krankenhaus? Aber können deine Wünsche überhaupt in Erfüllung gehen? Um es ganz kurz zu machen: Nein. Definitiv nicht.
Und dafür gibt es eine ganze Reihe an Gründen.
Zunächst mal das Unumgängliche: Wenn du eine Geburt im Krankenhaus planst, musst du ja irgendwie ins Krankenhaus kommen. Das bedeutet, dass du irgendwann, während deine Geburt bereits im Gange ist einen Ortswechsel vollziehen musst. Und das ist von der Natur absolut nicht vorgesehen und sorgt immer für Stress und damit zu einer Störung deines Geburtsverlaufes. Man kann sich eigentlich nur überlegen, wann man diese Störung einbauen möchte: Ziemlich am Anfang oder eher gegen Ende der Geburt. Beides hat Vor- und Nachteile.

Also wie man es dreht und wendet: Die Fahrt ins Krankenhaus ist nicht förderlich.
Und nun noch einmal allgemein zum Thema Störungen im Krankenhaus:
Im Krankenhaus findet eine permanente Überwachung der Geburt statt. Das bedeutet, ständig unbekannte Menschen um dich herum, Überwachung per CTG (und dadurch meist liegen, was ungünstig ist), vaginale Untersuchungen, die eigentlich kaum Aussagekraft haben aber enorm stören...
Bei mangelndem "Fortschritt" folgen dann meist "Maßnahmen", die die Geburt auch unnötig kompliziert machen können: Fruchtblase öffnen, Wehentropf, Schmerzmittel. Und wenn du erstmal in diesen Kreislauf aus Interventionen gerätst, gibt es oft keinen Weg zurück.
Die Umgebung ist ebenfalls nicht auf eine ungestörte Geburt ausgelegt. Neonlicht, fremde Geräusche, andere Gebärende, das Piepen von Geräten – all das kann dein Unterbewusstsein stressen, auch wenn du es nicht direkt merkst. Dein Körper spürt: Das ist nicht mein sicherer, vertrauter Raum. Und genau dieser Sicherheitsfaktor ist aber entscheidend für eine natürliche Geburt.
Kurz gesagt: Nein, eine Geburt ist im Krankenhaus niemals STÖRUNGSFREI. Aber mann kann das beste daraus machen: Hier erfährt du wie:
Angst vor der Geburt
Wie es mir damit erging
Ich kann dir sagen: Wenn jemand weiß, was Angst vor der Geburt bedeutet, dann bin ich es. Noch bevor ich überhaupt schwanger war, habe ich mich intensiv mit Geburt und Krankenhäusern auseinandergesetzt. Man könnte auch sagen: Ich habe mich selbst in Panik versetzt. ...Dokus gesehen, negative Geburtsberichte gelesen, mich fertig gemacht – in Gedanken schon tausend Tode gestorben. Ich war Expertin in Worst-Case-Szenarien. Ich hatte so viele Horrorszenarien im Kopf, dass ich irgendwann überlegte, vielleicht doch keine Kinder zu bekommen – obwohl ich eigentlich immer Kinder haben wollte.
Schließlich beschloss ich dann, dass Kinder doch in Frage kämen, entschloss mich aber gleichzeitig, mich möglichst allem zu widersetzen, was in meinen Augen eine Klinikgeburt ausmachen würde.
Und als ich dann doch schwanger war, war für mich vom ersten Tag an klar: Ich brauche eine Hausgeburtshebamme, und zwar so schnell wie möglich. Ich recherchierte und schrieb alle Hebammen an, die einigermaßen in meinem Umkreis lagen. Am Ende hatte ich die Wahl zwischen zwei Hebammen, die Hausgeburt begleiteten und noch einen Termin für mich frei hatten.
Ich war froh, „untergekommen zu sein“. Doch trotzdem wollte ich mich intensiv auf meine Geburt vorbereiten. Also buchte ich einen Hypnobirthing-Kurs (und traf dabei eine sehr gute Wahl 😉 - Danke Nina!). Im Rahmen des Kurses (bzw. schon zuvor) las ich auch das Buch „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt“ (übrigens sehr empfehlenswert). Ab diesem Zeitpunkt tat sich eine ganz andere „Geburtswelt“ auf. Mir wurde Schritt für Schritt klar, warum Geburten eigentlich so oft scheiterten und was sie brauchten, um zu gelingen. Ich nahm mir in der Schwangerschaft wirklich VIEL Zeit zum Üben. Entspannung war nämlich nicht gerade mein Steckenpferd. 😉
Ich glaube, ich habe WIRKLICH ALLES getan, was man an Geburtsvorbereitungsmaßnahmen überhaupt machen kann. Ich wollte mir definitiv nichts vorwerfen müssen. Außerdem bearbeitete ich meinen Mann ebenfalls vor. Ich stellte sicher, dass er meine Wünsche (Geburtswunschliste) bestens kannte und jederzeit die richtigen Entscheidungen (für mich) treffen würde können. Das war mir sehr wichtig und es war auch wirklich hilfreich.
Denn meine Hausgeburt fiel wenige Tage vor dem ET ins Wasser. Meine Blutwerte ließen eine Geburt in den eigenen vier Wänden nicht zu. Meine Hebamme sprang mir ab. Das riss mich noch einmal richtig tief in ein Loch. Ich hatte mich auf eine Hausgeburt vorbereitet und die Tatsache, dass ich nicht in eine Klinik würde gehen müssen, hatte mir sehr geholfen beim Kampf gegen meine Ängste. Meinen Geburtsort hatte ich mir monatelang genau ausgemalt. Und der war für mich zu Hause und nicht in einer ungemütlichen, unbekannten Umgebung, die mich an Krankheiten, Probleme und Komplikationen erinnerte. Dass das Grundgerüst meiner Traumgeburt in sich zusammenstürzte, machte mich fertig und ließ mich noch einmal richtig zweifeln. Konnte ich wirklich diese schöne, ruhige und entspannte Geburt haben, die ich mir ausgemalt und sorgsam vorbereitet hatte? Es würde jedenfalls um einiges schwerer. Das war klar.
Ich blieb dann unter Geburt so lange wie möglich zu Hause und ging erst in die Klinik, als die Wehen schon im Abstand von einer Minute kamen. Die Geburt wäre zu Hause sicherlich schneller, einfacher und entspannter abgeschlossen gewesen, denn ganz ehrlich: Die Fahrt ins Krankenhaus war eigentlich das Schlimmste an der Geburt und hat mich total aus dem Flow gebracht. Aber letzten Endes hatte ich dann doch noch eine sehr schöne und selbstbestimmte Geburt. Und spätestens seitdem kann ich sagen: Ja! Geburt kann schön sein. Geburt kann gut laufen und sich gut anfühlen. Geburt kann sich kraftvoll und bestärkend anfühlen!
Ist eine Hausgeburt eigentlich gefährlich?
Sehr wenige Frauen in Deutschland planen eine Hausgeburt. Doch wieso eigentlich? Wer kann überhaupt eine Hausgeburt machen? Und ist das gefährlich?
Fragen über Fragen, die ich hier gleich beantworten möchte. Doch zunächst möchte ich auf eine andere Frage eingehen: Was ist eigentlich das wichtigste für eine gelungene und angenehme Geburt?
Damit eine Geburt funktioniert, das heißt alles seinen natürlichen Verlauf nimmt, muss die Frau sich vollkommen fallen lassen und am Ende der Geburt in eine Art Trance-Zustand kommen. Dies sorgt dafür, dass die Geburt schmerzarm ist und gut voranschreitet. Um sich wirklich fallen lassen zu können sollte man sich in seiner Umgebung absolut wohlfühlen. Es sollten Menschen anwesend sein, denen man vertraut und bei denen man sich fallen lassen kann. Es sollte eine angenehme Atmosphäre sein: angenehme Düfte, die passende Temperatur, schöne Musik oder meditative Hörangebote, freie Bewegung, d.h. sich in dir Position begeben zu können, die angenehm ist. All das ist zu Hause gegeben. Insofern eigentlich sich das eigene Zuhause prima als Geburtsort.
Doch neben den Wohlfühlfaktoren spielt natürlich auch Sicherheit eine wichtige Rolle. Man möchte also gut betreut werden.
Deswegen braucht man eine Hausgeburtshebamme. Diese ruft man, sobald es mit der Geburt so richtig losgeht und sie begleitet einen dann, bis das Baby auf der Welt ist. Der Vorteil bei diesem Modell ist: Man hat dauerhaft eine 1:1 Betreuung und es gibt kein rein und raus von fremden Personen wie im Krankenhaus. Im Krankenhaus kommt häufig eine Hebamme auf 2-3 Gebärende. Es kann also durchaus sein, dass gerade mal niemand im Raum ist, obwohl man Unterstützung bräuchte.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Hausgeburtshebamme schon gut kennt. Man hat sie monatelang kennengelernt und hat keine fremde Person vor sich. Studien zeigen außerdem dass es bei Hausgeburten sehr viel seltener zu Komplikationen und Interventionen kommt.
Eine Hausgeburt dürfen jedoch auch nur diejenigen machen, bei denen es keine gesundheitlichen Bedenken im Vorfeld gibt. Ausschlusskriterien sind etwa Blutgerinnungsstörungen, Präeklampsie, Thrombosen, schwere chronische Erkrankungen der Mutter oder Infektionskrankheiten (wie etwa HIV). Auch wenn das Baby zu früh oder zu spät auf die Welt kommt, ist keine Hausgeburt möglich.
Der Plan bei einer Hausgeburt ist also, eine Geburt durchzuführen, bei der keine medizinischen Eingriffe notwendig werden.
Aber was, wenn man währenddessen feststellt, dass doch medizinische Eingriffe nötig werden?
Für diesen Fall meldet man sich immer auch in einem möglich nahe gelegenen Krankenhaus an. Die Hausgeburtshebamme beobachtet den Geburtsverlauf genau und entscheidet im Zweifelsfall die Hausgeburt abzubrechen. Sie würde in diesem Fall dann ins Krankenhaus verlagert werden.
Kommen wir also abschließend noch mal zur Ausgangsfrage: Ist eine Hausgeburt gefährlich? Und die Antwort lautet ganz eindeutig: Nein! Im Gegenteil! Die Wahrscheinlichkeit für eine unkomplizierte, schmerzarme und interventionsarme Geburt ist sogar zu Hause sehr viel höher. Wer sich also für eine selbstbestimmte Geburt interessiert, sollte unbedingt eine Hausgeburt in Erwägung ziehen.
Schwanger oder nicht?
1. Wo stehst du überhaupt im Zyklus?
Zunächst einmal kann man über seinen Zyklus und den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs nachdenken. Hattest du überhaupt in der „heißen Phase“ Sex? Hat der Sex ohne Verhütung stattgefunden? Natürlich ist das kein absolutes Kriterium. Aber es macht das Ganze wahrscheinlicher oder eben unwahrscheinlicher.
2. Mini-Veränderungen, ein anderes Gefühl
Bei mir war es jedenfalls so: Noch bevor ich hätte einen Schwangerschaftstest machen können, wusste ich es. Ich war absolut überzeugt davon, schwanger zu sein, und so war es dann auch (beide Male). Es liegt irgendwie eine kleine Veränderung in der Luft. Der Körper fühlt sich ein bisschen anders an. Vielleicht ist dir etwas flau im Magen. Vielleicht spürst du die Aktivität in deinem Unterleib sogar schon (Natürlich nicht das Baby, aber deinen Körper, der sich darauf vorbereitet).
3. Ausbleiben der Periode
Das offensichtliche Anzeichen, nach dem viele dann auch den Schwangerschaftstest machen, ist natürlich das Ausbleiben der Menstruation. Wenn deine Periode normalerweise regelmäßig ist und plötzlich ausbleibt, ist dies ein starkes Indiz für eine mögliche Schwangerschaft.
4. Spannungsgefühle in den Brüsten
Viele Frauen bemerken, dass ihre Brüste empfindlicher oder größer werden. Dieses Spannungsgefühl entsteht durch hormonelle Veränderungen, die bereits früh in der Schwangerschaft einsetzen.
5. Müdigkeit
Ein auffälliges Gefühl von Erschöpfung oder Müdigkeit, das du dir nicht erklären kannst, ist ein häufiges erstes Symptom. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren, um die Schwangerschaft zu unterstützen, was viel Energie kostet.
6. Übelkeit und Erbrechen
Ebenfalls ein typisches Zeichen. Anders als oft gesagt, zeigt sich die Übelkeit nicht nur am Morgen. Mit Übelkeit hat man häufig dann zu tun, wenn man unterzuckert ist, also eine ganze Weile nichts gegessen hat. Das ist natürlich (auch) morgens der Fall. Die Übelkeit nimmt erst einmal zu und dann im Verlauf der Schwangerschaft wieder ab. Häufig hilft (ja, das ist kontraintuitiv) Essen gegen die Übelkeit. Es könnte dir also anders gehen, als wenn es dir sonst schlecht ist.
7. Veränderter Geruchs- und Geschmackssinn
Bei manchen Schwangeren ist es der Fall, bei anderen bleibt alles unverändert. Doch es könnte passieren, dass manche Lebensmittel intensiver riechen oder du eine Abneigung gegen gewisse Gerüche entwickelst. Auch deine Gelüste könnten sich verändern.
8. Häufiger Harndrang
Am Anfang und am Ende der Schwangerschaft rennst du ständig auf Toilette! So jedenfalls ist es mir ergangen. Wenn du also plötzlich öfter auf die Toilette musst, kann dies ein frühes Anzeichen sein. Hormonelle Veränderungen und ein erhöhter Blutfluss zu den Nieren sind dafür verantwortlich (Am Ende der Schwangerschaft kann das Kind auf die Blase drücken).
9. Stimmungsschwankungen
Hormonelle Veränderungen können zu Stimmungsschwankungen führen, die du vielleicht als ungewohnt wahrnimmst.
Wann sollte du also einen Schwangerschaftstest machen?
Die Zeit vor dem Schwangerschaftstest kann nervenaufreibend sein (Egal, ob man sich ein Kind unbedingt wünscht oder eben gar nicht). Daher macht es Sinn, sich möglichst schnell Klarheit zu verschaffen. Wenn man seinen Körper aber sehr gut kennt und schon kleinste Veränderungen genau wahrnimmt, kann es sein, dass man es schon sehr früh weiß und dann warten muss.
Es könnte auch sein, dass man den Test zu früh macht und daher ein negatives Ergebnis herauskommt. Ein paar Tage später zeigt der Test dann vielleicht doch ein positives Ergebnis an. Das war bei mir der Fall. Ich hatte einfach zu früh getestet.
Am sichersten ist das Ergebnis daher, wen man das Ausbleiben der Periode wirklich abwartet.
Egal wie: Gewissheit ist doch etwas Schönes und Hilfreiches. Man kann sich dann ggf. auf die nächsten Schritte vorbereiten.
Und solltest du tatsächlich in ein paar Tagen den positiven Test in der Hand haben, dann bist du ja glücklicherweise schon mal auf dieser Webseite hier gelandet und kannst hier alles rund um die Schwangerschaft und vor allem die Geburt erfahren 😉
Vor allen Dingen aber lernst du hier, dass du voller Vertrauen in deinen Körper in die Geburt gehen kannst und auch wie du dir selbst ein natürliches, schmerzarmes und selbstbestimmtes Geburtserlebnis ermöglichen kannst!
Also: Viel Glück beim Test und vielleicht bis bald, wenn dein großes Abenteuer tatsächlich beginnt!
Manche Frauen merken es sofort. Bei anderen dauert es Wochen, vielleicht sogar Monate. Doch woran erkennt man eigentlich, dass man schwanger ist? Was sind die Anzeichen?
Die ersten körperlichen Anzeichen einer Schwangerschaft


Schwangerschaftsübelkeit- Was tun?
Übelkeit ist häufig eines der ersten Anzeichen einer Schwangerschaft und sie ist sehr verbreitet. Denn Übelkeit und Erbrechen betreffen etwa zwei Drittel aller Schwangeren, insbesondere im ersten Trimester. Die Symptome können von leichtem Unwohlsein bis hin zur schweren Hyperemesis gravidarum reichen. Anders als häufig behauptet, tritt die Übelkeit nicht nur am Morgen auf, sondern kann während des gesamten Tages auftreten.
Doch woher kommt überhaupt die Schwangerschaftsübelkeit?
Aktuelle wissenschaftliche Studien haben das Hormon GDF15 (Growth Differentiation Factor 15) als Hauptverursacher der Schwangerschaftsübelkeit identifiziert. GDF15 wird während der Schwangerschaft vermehrt produziert und beeinflusst das Brechzentrum im Gehirn. Ein starker Anstieg dieses Hormons kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Besonders sind jene Frauen betroffen, die vor der Schwangerschaft einen sehr niedrigen DGF15-Spiegel hatten und deren Werte in der Schwangerschaft dann stark anstiegen.
Die Entdeckung der Rolle von GDF15 eröffnet in ein paar Jahren sicherlich neue Perspektiven für die Behandlung. Mögliche Ansätze könnten die Hemmung der GDF15-Rezeptoren oder eine Desensibilisierung durch Erhöhung des Hormonspiegels vor der Schwangerschaft sein. Doch diese Methoden befinden leider noch in der Forschungsphase und sind derzeit nicht verfügbar.
Was also tun?
Regelmäßig Essen
Habe immer einen kleinen Snack dabei und iss beim kleinsten Anzeichen von Übelkeit (auch wenn es kontraintuitiv ist). Plane außerdem kleine aber häufigere Mahlzeiten über den Tag hinweg ein.
Sei wachsam, was du verträgst
Vielleicht verträgst du nun fettreiche oder stark gewürzte Speisen viel schlechter als vorher. Achte genau auf deinen Körper und versuche die Lebensmittel zu vermeiden, bei denen dir besonders schlecht wurde
Ätherische Öle
Einige Frauen finden Linderung in der Nutzung ätherischer Öle. Beispiele hierfür wären: Zitrone, Mandarine, Ingwer, Pfefferminze, Orange und Grapefruit
Viel Trinken
Auch hier musst du das richtige für dich finden. Vielleicht klappt es mit der Kohlensäure gerade nicht so gut bei dir. Versuche auf Tees oder verdünnte Säfte auszuweichen.
Frische Luft
Manchmal hilft auch ein kleiner Spaziergang gegen Übelkeit
Ingwer
Vielen hilft die Einnahme von Ingwer: Als Tee, in Bonbons oder auch integriert in deinen Speiseplan.
Stressreduktion
Auch Stress kann Schwangerschaftsübelkeit verstärken. Versuche daher vermehrt Ruhepausen einzulegen und dich bewusst zu entspannen.
Akkupressur
Akupressur ist eine traditionelle Technik der chinesischen Medizin, die gezielten Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausübt, um Beschwerden zu lindern. Die Akupressur basiert auf der Idee, dass der Körper durch Energiebahnen, sogenannte Meridiane, miteinander verbunden ist. Indem man bestimmte Punkte auf diesen Bahnen stimuliert, können Blockaden gelöst und das Gleichgewicht des Körpers wiederhergestellt werden.
Bei Schwangerschaftsübelkeit wird besonders der Punkt Nei-Kuan (P6) an den Handgelenken verwendet. Dieser Punkt liegt etwa drei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte zwischen den beiden Sehnen. Schaue dir am besten You-Tube-Videos an, um den Punkt zu finden oder kaufe dir ein Akkupressur-Armband, das diesen Druck für dich ausübt.
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Vitamin B6 kann den Hormonhaushalt stabilisieren und die Überreizung der Nerven, die für die Übelkeit verantwortlich sind, lindern. Die Einnahme sollte allerdings unbedingt mit einem Arzt abgestimmt werden.
Medikamentöse Therapie
Wenn die Schwangerschaftsübelkeit wirklich schwerwiegend und langanhaltend ist und die oben genannten Tipps nicht helfen, kann der Arzt mit medikamentöser Therapie helfen. H1-Antihistaminika wie Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin sind bewährte Mittel. Auch Meclozin und Dimenhydrinat werden eingesetzt. In schweren Fällen können Dopaminantagonisten wie Metoclopramid oder Serotonin-Antagonisten wie Ondansetron verordnet werden. Die Wahl des Medikaments sollte individuell und in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Ein kleiner Trost zum Schluss: Die Schwangerschaftsübelkeit bessert sich in der Regel nach dem dritten Monat. Also abwarten: Es wird wieder!

Was ist eine normale Geburt?
Ich habe den Eindruck, unsere Gesellschaft hat von Geburten ein ganz komisches Bild. Und dieses verzerrte Bild zieht sich hinein bis in die Fachkreise.
Denn: Es ist schon merkwürdig, was als „normale“ Geburt angesehen wird. Eine Geburt mit Dammschnitten, Dammrissen und Kristeller-Handgriffen wird nämlich komischerweise als normal betrachtet. Berichtet man davon, erlebt man häufig nicht etwa Betroffenheit, Mitgefühl oder kritische Nachfragen, wieso das denn nötig gewesen sei, sondern erntet häufig lediglich ein Achselzucken.
„Geburten sind eben so“
„Dafür hast du jetzt ein Kind“
„Da musste jede Mama mal durch“
oder
„Hauptsache Mutter und Kind geht es (jetzt) gut“
Das sind Kommentare, die man sich nun anhören muss. Ob es beiden wirklich gut geht, (vor allem mental) interessiert dabei wenig.
Und das medizinische Personal? Das verzieht keinerlei Miene. Schließlich sind solche Geburten ja normal.
Doch wie kann es sein, dass ein Frauenarzt beim Bericht über eine spontane und komplikationslose Hausgeburt Schweißperlen auf der Stirn hat, während er beim Anblick eines Dammrisses zweiten Grades nicht einmal einen Kommentar verliert?
Daran sieht man doch, in welcher Lage wir Frauen und die gesamte Geburtsmedizin sind: Das Problem steckt schon in den Köpfen!
Denn eine normale Geburt, die würde ich mir so vorstellen:
Die Frau bemerkt irgendwann, dass die Geburtswellen beginnen. Sie nutzt nun die Zeit, sich noch mal richtig zu entspannen und Kraft zu sammeln für den großen Augenblick, der bald kommen wird. Dabei konzentriert sie sich auf ihren Körper und auf die Signale, die er ihr sendet. Sie nimmt Nahrung und Flüssigkeit ganz intuitiv ein, so wie ihr Körper das verlangt. Die Wellen werden intensiver, die Abschnitte kürzer und sie beginnt, die Wellen immer mehr zu veratmen, mitzugehen. Vielleicht kreist sie die Hüfte, vielleicht hält sie sich irgendwo fest. Schließlich spürt sie, dass eine ganz große Kraft durch ihren Körper hindurchgeht: Die Presswehen. Ihr Körper signalisiert ihr, dass das Kind nun herauskommt. Sie lässt alles zu. Jede Vorwärtsbewegung und jede Rückwärtsbewegung des Kindes. Sie spricht mit niemandem, sie ist ganz bei sich. Und schließlich sieht sie ihn: Ihren kleinen Schatz!
Klingt wundervoll? Ja, finde ich auch. Und genau das sollte die „normale“ Geburt sein. Doch bis dahin haben wir leider noch einen langen Weg vor uns. Denn die Denkweise von Menschen zu ändern kostet bekanntlich Zeit…viel Zeit!

Eine schöne Geburt im Krankenhaus: Wie es dazu kam, obwohl ich eine Hausgeburt wollte...
Schon vor meiner Schwangerschaft hatte ich einiges an Dokus zum Thema Geburten (und vor allem zum Thema missglückte Geburten) in Krankenhäusern gesehen. Sobald ich schwanger war, war für mich daher klar: Ich möchte keinesfalls in einem Krankenhaus gebären. Alle Probleme, aller Stress und Druck, alle Interventionen verband ich mit der Krankenhausgeburt und das galt es für mich zu verhindern.
Daher machte ich mich sofort auf die Suche nach einer Hausgeburtshebamme. Die war gar nicht so leicht zu finden. Doch da ich direkt mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand begann herumzutelefonieren und auch weitere Fahrtstrecken für die Treffen und Untersuchungen in Kauf nahm, wurde ich fündig. Die gesamte Schwangerschaft über stellte ich mich nun darauf ein. Für eine Hausgeburt muss am Ende dann auch einiges vorbereitet werden.
Schließlich stellte ich eine gesamte Kiste für den Tag der Geburt zusammen, die dann im Keller auf ihren Einsatz wartete. Doch Wochen vor der Geburt wurden meine Blutwerte immer schlechter und schlechter. Das Problem: Eine Blutgerinnungsstörung. Und wenige Tage vor dem errechneten Termin teilte mir die Hebamme dann endgültig mit, dass eine Hausgeburt unter diesen Umständen keine Option mehr ist. Und da war ich nun: Mit meinen schlimmen Vorstellungen von der Krankenhausgeburt und der geplatzten Hausgeburt. Wäre es nur nach mir alleine gegangen, hätte ich das Kind lieber ganz alleine zu Hause auf die Welt gebracht, als ins Krankenhaus zu gehen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, mich dort wohlzufühlen. Doch mein Umfeld bequatschte mich natürlich (und ja, das kostete einige Stunden!) und so einigte ich mich schließlich mit der Hebamme darauf, dass sie während der Wehen zu mir nach Hause kommen würde und mich dann möglichst spät ins Krankenhaus schicken würde. Meine Wehen begannen dann an einem Sonntag Vormittag und gingen ganz gemächlich los. Wir verbrachten den Tag noch entspannt mit der Familie am See, bestellten abends essen und schauten einen Film. Zwischendurch hatte ich Wehen in Abständen von zunächst 8, später 5 Minuten. So ging das dann auch die ganze Nacht. Am nächsten Tag wurden die Abstände etwas kürzer und es ging Richtung 4 Minuten. Die Hebamme kam zum ersten Mal und stellte fest, dass der Muttermund zwar schon etwas geöffnet war, wir aber noch nicht wirklich ins Krankenhaus müssten. Einige Stunden später waren die Abstände dann deutlich kürzer und bewegten sich zwischen 2 Minuten und einer Minute. Bei ihrem zweiten Besuch begann die Hebamme dann doch etwas zu „drängen“ und wir begaben uns auf den Weg. Bislang kam ich mit den Wehen wirklich gut zurecht. Ich veratmete sie im Stehen und hielt mich dabei i.d.R an der Couch, an meinem Partner oder an einer Wand fest. Doch die Autofahrt war wirklich schlimm. Denn plötzlich funktionierte die gewohnte Position nicht mehr. Zehn Minuten fahrt (die durch erhöhtes Verkehrsaufkommen dann zu 15 Minuten wurden) fühlten sich an wie eine Stunde. Dann die Parkplatzsuche, Aufnahme im Krankenhaus (inklusive Diskussion über das Tragen von Masken….ja…das war noch die Corona-Zeit) und Papierkram zum Unterschreiben. Ich war raus aus meinem Rhythmus. Ich würde schlecht atmen, hieß es. Die Herztöne des Kindes wären dadurch nicht ideal, hieß es. Es dauerte insgesamt fast eine Stunde, bis ich mich im Krankenhaus wieder „eingrouvte“. Und dann hatte ich wirklich großes Glück, denn es geschah das, wovor viele andere Gebärende wirklich Angst haben: Es gab Personalmangel aufgrund einer Not-OP. Eine Hebamme für vier aktive Kreissäle. Das heißt: Wir waren sehr viel alleine. Und das war super für mich. Wir entschieden uns gegen das Dauer-CTG, weil das sowieso ständig durch meine Bewegungen gestört wurde. Wir waren viel alleine und ich hörte meine Hypno-Birthing-CDs. Die Wehen waren intensiv und ich war laut. Aber ich war auch in einer Parallelwelt. Ich war nicht mehr voll da. Als mein kleiner Schatz dann beschloss auf die Welt zu kommen, war kein medizinisches Personal im Raum. Ich hielt mich an meinem Mann fest und hörte nur auf meine Körper. Und der machte alles was nötig war. Der Kopf meines Schatzes wurde immer wieder ein Stückchen herausgeschoben und zog sich danach wieder ein Stück zurück. Mehrere Male, vielleicht drei oder vier Mal passierte das und dann gebar ich ihn, ohne jegliches künstliche oder angeleitete Pressen und ohne Geburtsverletzungen. Ich hatte es geschafft. Ich hatte eine selbstbestimmte, ruhige und natürliche Geburt im Krankenhaus erlebt. Ich war überglücklich!
Tja…und was sagt das jetzt über Geburten im Krankenhaus? Es bedeutet: Es gibt Spielräume. Es gibt Spielräume Maßnahmen (wie das Dauer-CTG) abzulehnen und man kann es schaffen, auch im Krankenhaus Ruhe zu finden. Doch wie es gelaufen wäre, wenn man mich intensiver betreut hätte, das kann ich nicht sagen. Mein Mann erzählte mir im Nachhinein, die Hebamme hätte einmal „nachgeschaut“ und dann gesagt „Da kann man jetzt noch nicht mitziehen oder mitdrücken“. Das hatte ich gar nicht mitbekommen und die Aussage finde ich auch eine absolute Frechheit. Es gab keinerlei Notwendigkeit zum Ziehen oder Drücken und ich bin sehr dankbar dafür, dass mein Kind genau in seinem Tempo auf die Welt kommen durfte und nicht „rausgezogen“ wurde. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich durch diesen Umstand auch ohne Geburtsverletzungen davongekommen bin.
Also: An alle, die sich solch eine Geburt ebenfalls wünschen: Trainiert mit eurem Mann das Nein-Sagen (Er ist euer Anwalt ;)) und schickt die Hebammen zum Kaffee trinken, während ihr eure Hypnosen durchführt ;)
Alleingeburt zu Hause
Klingt komisch, aber : entspannter gings kaum...
Meine zweite Geburt war als Klinikgeburt geplant. Nicht etwa, weil ich so furchtbar gerne im Krankenhaus gebärt hätte, sondern einfach, weil mir keine Wahl blieb. In meiner ersten Schwangerschaft hatte sich herausgestellt, dass ich aufgrund einer Blutgerinnungsstörung keine Hausgeburt haben durfte. Da dasselbe Problem bei der zweiten Schwangerschaft natürlich auch noch bestand, suchte ich erst gar nicht nach einer Hebamme für eine Hausgeburt und auch nicht nach einem Geburtshaus. Das kam für mich ja eh nicht in Frage. Stattdessen versuchte ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, wieder im Krankenhaus zu gebären. Schließlich lief es ja letztes Mal auch gut. Bei der Geburtsanmeldung gab ich an, möglichst nicht gestört werden zu wollen. Außerdem plante ich, wieder möglichst spät ins Krankenhaus zu gehen. Also erst dann, wenn die Wehen schon im Minutentakt auftraten.
Immerhin hatte es letztes Mal ja dann auch noch weitere vier Stunden gedauert, bis das Kind dann auf der Welt war.
Am Tag der Geburt meiner Tochter war es angenehm warm draußen und wir verbrachten den Mittag und Nachmittag im Garten. Meine Eltern kamen mitsamt ihrem Hund. Während mein Mann dann abends zu seinem Tanzkurs fuhr, wollten wir zusammen essen. Meine Eltern wollten mich damit entlassten, denn mein großer Sohn wollte ja auch beschäftigt werden, und für mich war mittlerweile alles sehr anstrengend. Während der Essenszubereitung spürte ich die erste Kontraktion. Ich hielt es für eine Übungswehe, von denen ich in letzter Zeit immer mal wieder die eine oder andere hatte. Außerdem war die Wehe extrem leicht, kaum zu spüren sogar. In den nächsten Minuten kamen ein paar „Übungswehen“ hinzu. Vielleicht würde es ja jetzt doch endlich losgehen? Ich hoffte. Doch noch wollte ich keinen falschen Alarm geben. Daher rief ich meinen Mann noch nicht an. Während des Essens stellte sich eine gewisse Regelmäßigkeit ein, doch ich hatte noch keinerlei Mühe mit den Wehen. Trotzdem begann ich bereits, jede Wehe zu veratmen. Meine Eltern nahmen die Wehen auch noch nicht wirklich ernst, denn sie redeten weiterhin munter mit mir, realisierten teilweise nicht mal, dass ich gerade die Wehenatmung anwendete („Merkst du eigentlich, dass du mir bei jeder Wehe eine Frage stellst und dich dann wunderst, dass ich so lange mit dem Antworten brauche?“, fragte ich sogar einmal meinen Vater. Das sagt eigentlich auch schon viel aus, aber das ist ein anderes Thema^^). Als ich bemerkte, dass die Wehen blieben, rief ich dann doch meinen Mann an. Der Tanzkurs war fast vorbei. Ob er sich noch was zu essen holen könnte? Ich bejahte und bat nur darum, dieses Mal nicht dort zu essen, sondern das Essen mit nach Hause zu nehmen.
Nunja…und dann ging alles ungewöhnlich schnell. Die Wehenabstände verringerten sich ziemlich schnell. So sehr, dass es sich für mich nicht mehr lohnte, sich überhaupt noch einmal hinzusetzen (Ich habe alle Wehen grundsätzlich im Stehen veratmet). Ich hatte das Bedürfnis meine Hüfte zu kreisen und tat das bei jeder Wehe und hielt mich dabei am Türrahmen fest.
„Mir wird’s hier zu wuselig.“, sagte ich dann, und bat meinen Vater mit dem Hund und meinem großen Sohn zu gehen. Erstens konnte ich die besorgten Kommentare meines Vaters während der intensiven Geburtsphase nicht gebrauchen, andererseits sehnte sich alles in mir nach ein bisschen mehr Ruhe. Und die kehrt mit einem zweijährigen und einem jungen Hund dann doch nicht so recht ein. Mein Vater belud aus Auto (Die Taschen waren natürlich schon seit Tagen gepackt) und ich verabschiedete meinen Sohn.
Nun gab es noch ein zweites intensives Gefühl: Ich wollte mich dringend warm anziehen. Daher holte ich mir trotz der warmen Temperaturen Socken und einen warmen Pullover.
Kaum hatte ich die warme Kleidung an und kaum waren mein Vater, der Hund und mein Sohn aus dem Haus, nahm die Geburt so richtig Fahrt auf. „Ich würde mich gerne noch mal ausruhen“, sagte ich zu meiner Mutter. „Mach das doch.“, sagte sie noch, doch ich entgegnete, dass kaum, dass sobald ich mich hinlegte, die nächste Wehe schon wieder losging und ich mich wieder stellen musste. Also blieb ich stehen und machte mein Tänzchen mit dem Türrahmen. Meine Mutter rief nun meinen Mann an. Wo er denn bliebe? Er solle sich beeilen. Sobald er da wäre, müssten wir ins Krankenhaus aufbrechen. Doch dazu kam es nicht. Kaum hatte meine Mutter aufgelegt, hatte ich zwei „laute“ Wehen und es platze die Fruchtblase (Ja, ab diesem Punkt war Schluss mit veratmen^^). „Soll ich den Krankenwagen rufen?“, frage sie. Ich meine, ich sagte ihr, sie solle einfach da bleiben. Ich spürte, dass ich jetzt das Kind bekommen würde und bestimmt nicht mehr schwanger in einen Krankenwagen steigen würde. Kaum war die Fruchtblase geplatzt kamen zwei Presswehen. Ich atmete mit und war dabei absolut ruhig und zufrieden. Vielleicht eben deshalb, weil eine Hausgeburt für mich keine Horrorvorstellung entsprochen hat, sondern mein absoluter Wunsch war. Meine Mutter konnte nun auch sehen, dass das Köpfchen schon da war und schrie mich an, ich sollte pressen. „Kann nicht, hab grad keine Presswehe“, sagte ich ihr. Ich war erstaunlich wach, bei dieser Geburt (bei der ersten war ich ja total in neben mir und in Trance). Trotz ihres Geschreies presste ich die kleine Maus nicht künstlich heraus, sondern wartete ab, bis die nächste Presswehe kam. Und mit der zweiten Presswehe war sie dann auch schon da. Und ich unverletzt. Letzteres zeigt übrigens: Selbst bei einer Alleingeburt zu Hause muss man sich (für eine selbstbestimmte und sanfte Geburt) durchsetzen, denn die veralteten Vorstellungen (angeleitetes Pressen) sind eben nun mal in Köpfen unserer Mitmenschen verankert.
Das war der schöne Teil der Geburt und an diesen denke ich auch sehr gerne zurück. Irgendwie ist es sogar wundervoll, den Geburtsort meiner Tochter immer präsent zu haben.
Danach kam der etwas nervigere Teil. Mit meiner Tochter im Arm lief ich vom Badezimmer ins Schlafzimmer, legte mich hin und sie auf meine Brust. Ich will nicht lügen: Die Strecke vom Bad zum Schlafzimmer sah aus wie sau!
Meine Mutter rief den Krankenwagen (und ich vermute, sie hat ein bisschen übertrieben mit ihrer Beschreibung). Jedenfalls standen kurz darauf 8 besorgte Sanitäter und ein Notarzt bei mir im Schlafzimmer. Und ich hatte eigentlich so gar keinen Bedarf. Ich wollte eigentlich nur mit meiner kleinen Kuscheln. An den Blicken, die die Ersthelfer sich zuwarfen, sah ich auch, dass sie sich dachten: Wieso sind wir eigentlich so viele hier und was sollen wir machen? Jedenfalls traf mein Mann praktisch mit dem Krankenwagen ein und durfte dann noch die Nabelschnur durchschneiden. Die Plazenta ließ sich dann aber Zeit und ich wurde liegend ins Krankenhaus transportiert. Meine Tochter fuhr in einem weiteren Krankenwagen mit meinem Mann. Die Begeisterung des Personals und vor allem des Oberarztes über unsere „ungewöhnliche“ Geburt hielt sich in Grenzen, doch ich war zufrieden. Es war zwar schade, dass mein Mann die Geburt verpasst hatte, doch sonst gab es nichts worüber man sich hätte beschweren können. Über Umwege bin ich also doch noch zu meiner Hausgeburt gekommen.
Hauptsache mir wird geholfen
Wieso manche Hilfe alles nur schlimmer macht...
Wenn ich in meinem Umfeld von meinen beiden Geburten berichte, die beide (zumindest in dem Moment, in dem das Kind das Licht der Welt erblickte) ohne medizinisches Personal von Statten gingen, entgegnen die meisten, dies sei ihre absolute Horrorvorstellung. Ich gebe zu: Es war beide Male nicht als Alleingeburt geplant und natürlich kann die Vorstellung von zu wenig medizinischer Expertise verunsichern. Doch es steckt mehr dahinter und das ist das Problem an den ganzen Sache. Die meisten Frauen vertrauen dem medizinischen Personal viel mehr als ihrem eigenen Körper. Sie glauben gar nicht daran, dass ihr eigener Körper ganz selbstständig die Leistung erbringen kann ein Kind auf die Welt zu setzen. Stattdessen wollen sie eine permanente Betreuung und Anweisungen, was sie machen sollen. Sie nehmen es in Kauf, ständig angesprochen zu werden oder sich von Fremden die „perfekte Geburtsposition“ vorschreiben zu lassen. Da sie sich nicht auf das verlassen und konzentrieren, was für ihren Körper (und ihr Baby) am besten wäre, wird am Ende alles so, dass es für die Geburtsbegleiter ideal wird, nicht für die Frau. So landet die Frau irgendwann auf dem Rücken und versucht ihr Baby entgegen der Schwerkraft gewaltvoll aus sich herauszupressen. Wenn das Ganze den Krankenhausangestellten zu lange dauert, fängt die Interventinseskapade an. Wehenmittel und Schmerzmittel werden verabreicht, die höchstwahrscheinlich gar nicht nötig gewesen wären. Die Frau ist auch noch dankbar darüber, denn: Ihr wird ja geholfen. Wenn ihr schließlich bei diesem unintuitiven Pressen die Kraft ausgeht wird mit Schieben und Drücken und manchmal auch mit Schnitten das Kind in die Welt „gezerrt“. Das Endergebnis: Mutter und Kind sind wohlauf, heißt es. Nunja. Das Kind kann man nicht befragen, wie ihm die vielen Eingriffe gefallen haben. Bei den Frauen bleibt oftmals ein ungutes Gefühl zurück. Doch so sind Geburten nunmal. Man spricht nicht mehr darüber und weicht dem Thema am besten künftig aus.
Dass eine Geburt jedoch überhaupt nicht so ablaufen muss, klingt für Viele nach Utopie. Doch wir wollen hier einen Teil dazu beitragen, dass möglichst viele Frauen diese Wahrheit erfahren und dann sogar erleben dürfen!
Wassergeburt: Der sanfteste Weg dein Baby zu empfangen?

Die Wassergeburt ist bei immer mehr Frauen beliebt und viele können sich zumindest vorstellen, die Badewanne während der Geburt mal auszuprobieren.
Als Wassergeburt wird die Geburt bezeichnet, wenn die Gebärende die Austreibungsphase der Geburt in einem speziellen Gebärbecken, das mit warmem Wasser gefüllt ist, verbringt. Das Wasser wird auf eine angenehme Temperatur von etwa 36–37 Grad Celsius gehalten, um sowohl der Mutter als auch dem Baby optimale Bedingungen zu bieten.
Vorteile einer Wassergeburt
Natürliche Schmerzlinderung Das warme Wasser wirkt entspannend auf die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Dadurch empfinden viele Frauen die Wehen als weniger schmerzhaft. Studien zeigen, dass Frauen bei Wassergeburten oft weniger auf Schmerzmittel zurückgreifen.
Förderung der Entspannung Das Wasser schafft eine ruhige, geschützte Umgebung, die Stress und Anspannung reduziert. Diese Entspannung führt dazu, dass die Geburtshormone wie Oxytocin und Endorphine besser wirken können – was den Geburtsverlauf positiv beeinflusst.
Leichtere Beweglichkeit Im Wasser fühlt sich der Körper leichter an. Frauen können einfacher die Position wechseln, die für sie am angenehmsten ist, und profitieren von der Schwerkraft, ohne zusätzlichen Druck auf Gelenke oder Muskeln.
Schonender für den Damm Das Wasser macht das Gewebe weicher und elastischer, wodurch das Risiko für Dammverletzungen verringert wird. Auch die Hebamme kann das Gewebe im Wasser besser unterstützen.
Sanfter Übergang für das Baby Das Neugeborene kommt aus dem Fruchtwasser direkt ins Wasser und erlebt so einen besonders sanften Übergang in die Welt. Viele Babys sind nach einer Wassergeburt ruhiger und schreien weniger, weil der Übergang weniger abrupt ist.
Selbstbestimmte Geburt
Wassergeburten fördern das Gefühl der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, da die Frau im Wasser oft weniger Eingriffe durch medizinisches Personal erlebt.
Ist eine Wassergeburt was für dich?
Wahrscheinlich wirst du diese Frage erst beantworten können, wenn du es unter Geburt ausprobierst. Die einen Frauen empfinden es als super angenehm, während es für die anderen gar nichts ist.
Auf jeden Fall sind Wassergeburten aber eine gute Option für gesunde Frauen mit einer komplikationslosen Geburt.
Wenn dir das Gebären in der Wanne sehr wichtig ist, solltest du im Vorfeld abklären, ob eine solche Geburt an deinem Geburtsort möglich ist. Bei einer Hausgeburt lässt sich eine entsprechende Wanne häufig mieten, Geburtshäuser verfügen i.d.R. über eine Wanne und auch in Krankenhäusern sind sie oft zu finden. Dennoch solltest du den Wunsch im Vorfeld explizit formulieren, sodass du in einen entsprechenden Kreißsaal geschickt wirst.
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Hausgeburt: Traumhafte Natürlichkeit oder riskantes Abenteuer?
Die Wahrheit über den Geburtsort deiner Wahl
Die Geburt eines Kindes ist eines der intensivsten Erlebnisse im Leben – emotional, körperlich und geistig. Während viele Frauen den Weg ins Krankenhaus wählen, entscheiden sich andere bewusst für eine Hausgeburt. Doch ist eine Geburt in den eigenen vier Wänden wirklich sicher? Und welche Vorteile bringt sie mit sich? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile einer Hausgeburt und gibt einen wichtigen Denkanstoß
Vorteile einer Hausgeburt: Natürlich, sanft und selbstbestimmt
Vertraute Umgebung Die Geburt findet in einer Atmosphäre statt, die die Gebärende gut kennt, selbst gestaltet hat und in der sie sich wohlfühlt. Sie hat hier schon geübt sich fallenzulassen und "kennt sich aus" . Ob gedämpftes Licht, Lieblingsmusik oder vertraute Gesichter – diese individuelle Gestaltungsmöglichkeit fördert Entspannung und reduziert Stress.
Weniger Interventionen Studien zeigen, dass Hausgeburten oft mit weniger medizinischen Eingriffen verbunden sind. Es gibt keine CTGs, kein unnötiges Wehenmittel und keinen Zeitdruck, der den Geburtsprozess stört. Stattdessen wird der natürliche Verlauf unterstützt – sanft, langsam und im eigenen Tempo.
Intensive Betreuung Eine erfahrene Hebamme betreut die Gebärende durchgehend und individuell. Diese persönliche und vertrauensvolle Begleitung schafft Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit. Außerdem ist diese Form der 1:1 Betreuung im Krankenhaus gar nicht (unbedingt) möglich. Denn hier versorgt eine Hebamme meist mehrere Gebärende
Schonender Übergang für das Baby Das Neugeborene kommt in eine ruhige und vertraute Umgebung, ohne den Lärm und die Hektik eines Krankenhauses. Dieser sanfte Start ins Leben kann sich positiv auf das Wohlbefinden des Kindes auswirken.
Familienfreundlich Partner, Geschwister oder andere Familienmitglieder können auf Wunsch Teil des Ereignisses sein – ganz ohne Besuchszeiten oder Krankenhausregeln.
Nachteile einer Hausgeburt
Eingeschränkte medizinische Möglichkeiten Wer zuhause gebären möchte setzt auf Selbstbestimmtheit und Natürlichkeit. Schmerzmittel sind bei solch einer Geburt nicht vorgesehen, aber auch i.d.R. nicht nötig. Denn der Körper versetzt sich in einen Entspannungszustand und mit den richtigen (Atem-) Techniken und der nötigen Ruhe reguliert der Körper das Schmerzempfinden von ganz alleine. Die Schmerzen sind kaum vorhanden oder zumindest gut verkraftbar.
Eine normale Geburt ist kein Notfall und daher auch keine medizinische Angelegenheit. Doch sollte wirklich ein Notfall eintreten, ist medizinische Hilfe gefragt. Und diese kann die Hebamme zu Hause nicht leisten. In solch einem Fall müsste man die Geburt in eine Krankenhaus verlegen.
Zeitfaktor bei Komplikationen Sollte ein Transport ins Krankenhaus wirklich nötig sein, gibt es einen weiteren Nachteil: Der Transport kostet Zeit! Der Weg zum nächsten Krankenhaus sollte daher besser nicht all zu weit sein, wenn man eine Hausgeburt plant.
Das Gefühl von Sicherheit Manche Frauen haben schon ein vorgefertigtes Bild von Geburten (meist auf dem Rücken liegend im Krankenhaus) und wollen sich viel lieber auf das medizinische Personal statt auf ihren eigenen Körper verlassen. Das Ergebnis ist vielfach ernüchternd. Trotzdem: Das Hauptargument für eine Klinikgeburt ist die Sicherheit. Es kann jederzeit in die Geburt eingegriffen werden (und das wird es dann auch ständig, ob nötig oder nicht).
Wohlfühlen ist der Schlüssel
Die Entscheidung für oder gegen eine Hausgeburt ist höchst individuell.
Zu Hause zu gebären macht natürlich nur dann Sinn, wenn man sich das auch gut vorstellen kann und ein gutes Gefühl dabei hat. Denn viele Frauen trauen sich das einfach nicht zu und bestehen dann doch auf die Sicherheit eines Krankenhauses.
Wie es dir gelingen kann, dich richtig gut auf deine Geburt vorzubereiten und sie zu einem natürlichen und selbstbestimmten Ereignis werden zu lassen, an das du immer freudig zurückdenkst, lernst du in meinem Kurs.
Nichts desto trotz: Am Ende ist wirklich entscheidend, dass die Gebärende sich wohlfühlt und fallen lassen kann. Denn nur in einem Zustand von Vertrauen und Wohlbefinden kann der Körper die Geburt optimal unterstützen.
Fazit: Deine Geburt, deine Entscheidung
Hausgeburten sind ein Weg zu einer sanften, interventionsarmen und selbstbestimmten Geburt – leider sind sie aber nicht für jede Frau und jede Situation geeignet. Eine enge Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Hebamme, das Abwägen von Risiken und das Hören auf das eigene Bauchgefühl sind essenziell. Egal, ob du dich für eine Hausgeburt, eine Geburtshausgeburt oder das Krankenhaus entscheidest: Deine Wahl ist richtig, wenn sie sich für dich gut anfühlt.
Denn der beste Geburtsort ist der, an dem du dich sicher, geborgen und stark fühlst.






